Iron Sky: The Coming Race – Kritik zum Weltraumdebakel

Der erste Iron Sky-Film kann mit Fug und Recht als absoluter Trash bezeichnet werden. Doch fairerweise muss man auch sagen, dass dieser Trash ziemlich unterhaltsam war und auch immer noch ist. Nun kommt nach sieben Jahre mit Iron Sky: The Coming Race eine Fortsetzung ins Kino, die eben jenen Trash von 2012 toppen möchte. Ob das klappt, oder ob der Film ein absoluter Absturz ist, klären wir in der Review.

 

Die Story von Iron Sky: The Coming Race

Iron Sky: The Coming Race beginnt dort, wo der Erstling anno 2012 endete. Die Mondnazis greifen die Erde an und machen diese unbewohnbar. Ein kleiner Teil der Menschheit konnte sich jedoch auf den Mond zurückziehen und haust dort nun in der ehemaligen Basis der Exil-Nazis. Krieg gibt es dort nicht mehr: Die ehemaligen Schurken aus Teil eins leben mit den letzten Menschen in Harmonie gemeinsam. Apropos letzte Menschen: Natürlich ist das mit den letzten Überlebenden auf dem Mond nur ein Irrglaube und eines Tages landet ein Flüchtlingsschiff von der Erde auf dem einstigen Nazistützpunkt. Hier beginnt der Film und die Zuschauer folgen der absurden Geschichte rund um Mechanikerin Obi Washington, die die Story ab und an als Erzählerin aus dem Off weiterführt.

Das Flüchtlingsschiff wird vom Russen Sasha gesteuert, der hofft, auf dem Mond eine neue Heimat für seine Gruppe zu finden. Es kommt allerdings wie es kommen muss, und das Schiff von der Erde bietet einem altbekannten Schurken Unterschlupf. Aus Spoiler-Gründen verraten wir hier nicht, um wen es sich handelt, nur so viel sei gesagt: Hitler ist es nicht. Dem widmen wir uns später noch. Nebenbei erfahren wir noch, dass Obis Mutter krank ist und nur geheilt werden kann, wenn der Heilige Gral aus dem Mittelpunkt der Erde beschafft wird, wo Echsenmenschen hausen. Richtig gelesen: Iron Sky: The Coming Race greift nahezu jede erdenkliche Verschwörungstheorie auf und treibt sie in völlig irre Richtungen. So beginnt eine Reise, die damit endet, dass Adolf Hitler auf einem T-Rex reitet und “Sieg Heil Mutterfickers” schreit…

 

Unsere Kritik zu Iron Sky: The Coming Race

Kümmern wir uns zunächst um die positiven Aspekte: Lara Rossi macht als Obi Washington eine recht gute Figur, Udo Kier ist als Bösewicht gut dabei und tatsächlich zünden einige Gags ganz gut. So gehört die Oberschicht auf dem Mond dem sogenannten Jobsismus an, einer Religion, die Steve Jobs und Apple als Gottheiten ansehen. Klar, der Humor ist flach, doch er ist in Teilen ganz amüsant. Zudem erinnert die Optik der Mondnazis frappierend an die Wolfenstein-Spiele – das lässt das Gaming-Herz höher schlagen. Das war es aber leider auch schon mit den guten Aspekten, denn den ganzen Rest möchte man am liebsten ganz schnell wieder ins All schießen.

Iron Sky: The Coming Race strotzt nur so vor Logiklöchern. Klar, bei einem Film, in dem es um Nazis auf dem Mond geht, sollte man kein Logikmeisterwerk erwarten, doch es sind ganz profane Dinge, die störend wirken: Warum scheint es auf dem gesamten Mond nur eine einzige Mechanikerin zu geben? Warum wird um den Eingang zur Hohlerde so ein Geheimnis gemacht, nur damit ihn die Heldentruppe durch Zufall oder eher Dummheit entdeckt? Warum sehen die Szenen im Raumschiffcockpit so aus, als seien sie für das Super RTL-Nachmittagsprogramm gedreht worden? Und warum ist die deutsche Synchronisation so verdammt mies? Gerade Julia Dietze, die Fans schon aus dem ersten Teil kennen, klingt unfassbar komisch. Und dabei spricht sie sogar deutsch! Fragen über Fragen, die den Film nicht wirklich gut dastehen lassen.

Zwei Szenen sind mir besonders im Gedächtnis geblieben, die Iron Sky: The Coming Race ganz gut auf den Punkt bringen. Obi verfolgt einen mysteriösen Fremden, den sie im Mondhangar entdeckt. Der Fremde verlässt den Raum, Obi schaut ihm hinterher, Schnitt. Der Fremde durchschreitet einen Gang und geht an Obi vorbei, die offenbar in eben jenem Gang gewartet hat. Wie kommt sie dahin? War sie nicht eben noch im Hangar und schaute dem Fremden hinterher? Derartige Fehler kommen in The Coming Race leider zu häufig vor. In einer anderen Szene werden die Helden von Osama Bin Laden und dem Papst in einer Dinosaurierkutsche verfolgt. Während diese wiederrum vom Erdkern verfolgt werden. Wer hier mit den Schulten zuckt und sagt, “Ja und”, für den ist Iron Sky: The Coming Race prächtig geeignet. Alle anderen machen einen großen Bogen um den Film und verbringen 90 Minuten Lebenszeit sinnvoll.

Man könnte eine ganze Abhandlung über die Ungereimtheiten in Iron Sky: The Coming Race schreiben. Eine unlogische Handlung, wenig gut funktionierende Gags und das ständige Gefühl, der Film will auf Teufel-komm’-raus Grenzen überschreiten, machen den Kinobesuch zu einer Geduldsprobe. Da hilft es auch nicht, dass mit dem Abspann bereits ein dritter Teil angeteast wird. Zudem fällt im Vorspann und Abspann der Begriff “Iron Sky Universe”. So heißt nicht nur die Firma hinter dem Projekt, sondern offenbar plant man ein Franchise rund um die Trash-Filme zu spannen. Nach dem “Genuss” von Iron Sky: The Coming Race können wir da nur sagen: Bitte nicht!

 

Informationen zu Iron Sky: The Coming Race

Originaltitel: Iron Sky: The Coming Race
Laufzeit: 90 Minuten
Kinostart: 21. März 2019
Altersfreigabe (FSK): ab 12 Jahren freigegeben
Besetzung: Lara Rossi, Udo Kier, Tom Green

 

Trailer zu Iron Sky: The Coming Race

Fazit:

Gags funktionieren nicht
Horrende Logiklöcher
Billige Effekte
Gelangweilte Schauspieler
  • Iron Sky: The Coming Race – Kritik zum Weltraumdebakel
    “Iron Sky: The Coming Race enttäuscht auf ganzer Linie – und das ärgert mich. Ich gucke viele Mistfilme, bin ein Fan der Schlefaz-Reihe, also eigentlich der ideale Zielgruppenkandidat für The Coming Race. Doch hier ist selbst meine Geschmacksgrenze erreicht. Der Trailer zum Film, in dem sich Donald Trump beschwert, dass er nicht Teil des Films ist, ist vermutlich lustiger als der gesamte fertige Streifen – und das muss schon was heißen. Wäre ich Teil der Crowdfunder gewesen, so wurde der Film nämlich teils finanziert, würde ich mich betrogen fühlen. Mit dem trashigen Charme von Teil 1 hat dieses Machwerk nämlich nicht mehr viel gemein.”
    Lukas Hesselmann, Trainee

Ab in die Filmsammlung?

Hier können wir es kurz halten: AUF KEINEN FALL!

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