John Wick: Kapitel 3 Parabellum – Kritik zur Action-Fortsetzung

Die John Wick-Reihe kam mehr oder weniger aus dem Nichts und mauserte sich spätestens mit dem zweiten Teil zur absoluten Action-Oberklasse der Neuzeit. Nun ist der heißerwartete dritte Teil der Reihe da und setzt die Geschichte rund um John Wick fort. Kann Kapitel 3 mit den ersten beiden Filmen mithalten, oder ist die Luft inzwischen raus?

 

Die Story von John Wick: Kapitel 3

Viel gibt es hier nicht zu sagen, denn storytechnisch bietet Kapitel 3 nicht allzu viel Stoff: Die Geschichte beginnt mehr oder weniger nahtlos dort, wo uns Teil 2 zurückließ. Die Hohe Kammer hat John Wick exkommuniziert, da er im letzten Film einen Mord auf dem Boden eines Continental-Hotels begangen hatte. Nun ist er also auf der Flucht und versucht zu überleben – und im besten Fall seinen Namen reinzuwaschen. Das war’s auch im Prinzip schon. Doch sind wir mal ehrlich: Um die Geschichte geht es uns bei John Wick doch nicht wirklich. Was zählt ist die Action!

 

Unsere Kritik zu John Wick: Kapitel 3

Kann die Action denn nun überzeugen? Ja und nein. Die erste Hälfte von John Wick: Kapitel 3 gehört wohl zu den besten und vor allem härtesten Sequenzen, die man im jüngeren Actionkino gesehen hat. Dass hier eine ungeschnittene FSK 18-Freigabe vergeben wurde, überrascht an der einen oder anderen Stelle dann schon. Die Schlägereien fühlen sich durch die Bank hinweg wuchtig an, jeder Schlag tut weh. Wenn dann noch John-Wick-typisch allerlei Waffen und “Werkzeuge” hinzukommen, wird es richtig heftig. Wir sagen nur Messer versus Augapfel. Auch die Schießereien haben ordentlich Bumms, doch leider gibt es hier schon das erste große Aber: Teilweise fühlen sich die Sequenzen ein bisschen zu langatmig an. Klar, das alles ist super choreographiert und teils mit derart wenigen Schnitten bearbeitet, dass man einfach den Hut ziehen muss – doch wenn der fünfzehnte Headshot abgefeuert wird und der nächste und nächste und nächste Schurke ins Gras beißt, fragt man sich schon, wann es denn endlich einmal was neues gibt.

Vorne hui, hinten pfui

Ein großes Problem hat John Wick: Kapitel 3 zudem mit dem Pacing. Während die erste Hälfte schnell, brutal und ohne Atempause abläuft, flacht das Ganze nach hinten etwas ab. Die spektakulärsten Szenen werden schon in den ersten 20 Minuten rausgeballert – im wahrsten Sinne des Wortes. Alles was in Hälfte zwei kommt, ist zwar immer noch gut gemachte Action, fällt aber eben leider im Vergleich etwas ab. Würde der Film das Tempo vom Anfang konsequent durchziehen, hätten wir hier wohl einen der besten, wenn nicht sogar den besten Actionfilm der vergangenen Jahre. Von den Logiklücken oder generell von etwas merkwürdigen Storyentscheidungen fangen wir aus Spoilergründen erst gar nicht an. Nur so viel: Das Ende wird noch für viel Gesprächsstoff sorgen.

Warum so negativ?

Das klingt jetzt natürlich so, als sei John Wick: Kapitel 3 ein völliger Reinfall – dem ist aber nicht so. Das Jammern findet hier auf sehr, sehr hohem Niveau statt. Keanue Reeves zeigt wieder einmal, dass er weiterhin zu den Topstars im Actiongenre gehört. Was der über 50-Jährige hier abliefert ist ganz großes Kino -, denn Reeves macht den Großteil seiner Stunts selbst. Das merkt man vor allem in den Schlägereien, die wirklich Impact haben.

Auch Laurence Fishburne kehrt als Bowery King zurück. Seine Figur gewinnt in Kapitel 3 ordentlich an Bedeutung für die kommenden Teile hinzu. Was die Macher daraus machen, bleibt abzuwarten. Neuzugang Halle Berry macht ihren Job zwar gut, doch ob es ihre Figur Sofia für den Film unbedingt gebraucht hätte, sei dahingestellt. Immerhin schafft sie es, gut mit Wick zu interagieren. Zwischen den beiden kommt es immer wieder zu mehr oder weniger lustigen Szenen.

Insgesamt fällt John Wick: Kapitel 3 etwas hinter den Vorgängern zurück. Die Action ist immer noch grandios und bietet erneut Momente, die man als Zuschauer noch lange in Erinnerung behalten wird. Leider gelingt es den Machern nicht, den grandiosen Start über die gesamte Laufzeit mitzunehmen. Spätestens ab der Hälfte des Films wird nicht nur die Spannung schwächer, sondern zudem werden die Logiklöcher größer. Ursprünglich sollte Kapitel 3 den Abschluss der John Wick-Reihe bilden. Kurz vor dem Kinostart wurde bekannt, dass schon im Mai 2021 ein vierter Teil folgen wird. Es bleibt also zu hoffen, dass die Macher wieder zur alten Stärke zurückfinden und ein Gewitter wie in Kapitel 2 veranstalten. John Wick: Kapitel 3 ist ein solider Actionfilm geworden, der jedoch hinter den Erwartungen etwas zurückbleibt.

 

Informationen zu John Wick: Kapitel 3

  • Originaltitel: John Wick: Chapter 3 – Parabellum
  • Laufzeit: ca. 131 Minuten
  • Kinostart: 23. Mai 2019
  • Altersfreigabe (FSK): ab 18 Jahren freigegeben
  • Besetzung: Keanu Reeves, Laurence Fishburne, Halle Berry

Trailer zu John Wick: Kapitel 3

Fazit:

Tolle Action
Mäßiges Pacing
Setzt direkt an Kapitel 2 an
Äußerst brutal
  • John Wick: Kapitel 3
    “Ich bin ein riesiger John Wick-Fan und konnte es nicht erwarten, den dritten Teil zu sehen. Wie wird der Cliffhanger vom zweiten Teil aufgelöst? Wie wird sich John Wick schlagen? Nach dem Film war ich dann jedoch nicht mehr so euphorisch drauf. Irgendwie hat das dritte Kapitel nicht wirklich gezündet. Klar, die Action ist (meistens) mehr als genial, es ist schön die bekannten Figuren wiederzusehen – doch anders als noch Kapitel 2 will mich das alles nicht mitreißen. Trotzdem freue ich mich schon jetzt auf die Fortsetzung und habe großes Vertrauen in die Macher, dass sie zur alten Stärke zurückfinden.”
    Lukas Hesselmann, Redakteur

Ab in die Filmsammlung?

Actionfans, die es gerne derb haben, sollten sich John Wick: Kapitel 3 nicht entgehen lassen. Wer mit dem Killer bisher nichts anfange sollte, lässt auch den dritten Teil aus – denn hier gibt es nur mehr vom gewohnten, was ja nicht unbedingt schlecht sein muss.

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