Spider-Man: Far From Home – Kritik zum Superheldenspaß

Spider-Man: Far From Home muss in große Fußstapfen treten. Der Film rund um die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft tritt die Nachfolge von Avengers: Endgame an, der parallel sogar noch einmal in einer leicht erweiterten Fassung in den Kinos zu sehen ist. Far From Home ist dabei das Gegenstück zu Antman and the Wasp, der 2018 ebenfalls nach einem gigantischen Marvelepos, genauer gesagt Infinity War, in die Kinos kam. Antman 2 kam damals nicht so gut an – ergeht es dem zweiten Solotrip der Spinne besser oder geht auch dieser Film im Schatten des epochalen Vorgängers unter?

 

Warnung: Im folgenden Text sind Spoiler zu Avengers: Endgame enthalten!

 

Die Story von Spider-Man: Far From Home

Der Film setzt ein paar Monate nach dem Endgame ein. Tony Stark ist tot und wird in New York als Held gefeiert. Peter Parker leidet sichtlich unter dem Verlust seines Mentors, muss sich aber nach und nach wieder an sein normales Leben gewöhnen, denn: Es geht auf Klassenfahrt! Zusammen mit Kumpel Ned, MJ und seiner Klasse reist Peter also nach Europa, um seiner großen Liebe MJ näher zu kommen und um einfach mal Urlaub vom Heldendasein zu machen. Doch natürlich ist das nicht so einfach und schon bald werden zahlreiche Städte auf der Welt von merkwürdigen Angriffen heimgesucht. Die Übeltäter sind fremdartige Elementarwesen, denen sich der unbekannte Mysterio entgegensetzt. Kenner der Comics werden nun stutzen: Mysterio alias Quentin Beck kämpft gegen das Böse? Was ist da denn los? Und natürlich ist nicht alles so, wie es auf den ersten Blick scheint und schon bald muss Peter alias Spider-Man lernen, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen.

 

Unsere Kritik zu Spider-Man: Far From Home

Mit Spider-Man: Far From Home beendet Marvel nicht nur die dritte Phase des Cinematic Universes, der Film ist gleichzeitig auch das Ende der Infinity-Saga. Endet dieses jahrelange Epos nun mit einem Knall? Nö. Endet die lange Reise mit einem großen Spaß? Auf jeden Fall!

Im Kern ist Far From Home sehr gut mit Antman and the Wasp zu vergleichen. Wie bereits gesagt, erschienen beide Filme nach einem gigantischen Kinospektakel und hatten so jeweils große Erben anzutreten. Beide Filme, Antman 2 wie Spider-Man: FFH, ziehen den Fokus dabei wieder etwas kleiner. Es geht nicht um Titanen oder Alieninvasionen, es geht auch nicht um das Ende der Welt. Beide Filme konzentrieren sich auf ihre Helden und einer Gefahr, die ihrer Kraft angemessen ist. Während sich Antman jedoch etwas verzettelte, geht die Rechnung bei Spidey voll auf. Warum ist das so?

 

Schuster bleib bei deinen Leisten

Spider-Man: Far From Home hat einen großen Vorteil: Der Film muss keine Erklärungen liefern. Thanos ist besiegt, die Welt ist gerettet, alle offenen Fragen beantwortet. Nach dem Ende von Endgame gibt es erst einmal keine große Bedrohung für die Erde. Der Film kann also quasi von vorne anfangen und eine neue Ära einleiten – was er als Ende von Phase 3 dann ja auch tatsächlich macht.
Antman and the Wasp musste die Brücke zwischen Infinity War, Endgame, Captain Marvel und eigentlich allem schlagen, was 2018 bei Marvel passierte. Dadurch wurde der eigentlich recht kleine Film unnötig aufgeblasen und kam nicht umher, einige Logiklöcher zurückzulassen.

Far From Home passiert dieser Fehler nicht. Der Streifen fügt sich nahtlos in das MCU ein. Überall sind zwar die Nachwirkungen Thanos’ zu sehen, doch für die Story hat der Kampf gegen den Schurken nur geringe Ausmaße. Das Auslöschen und Wiederholen des halben Universums hat allerdings mittlerweile einen eigenen Namen erhalten: Den Blip.

Nun bekommt es Spider-Man also mit einem Schurken zu tun, der als neuer Iron-Man gelten möchte. Quentin Beck alias Mysterio wirkt zunächst wie ein guter Samariter, doch schnell zeigt er sein wahres Gesicht. Die Herkunft des Ganoven wird dabei tief in das MCU eingebunden, sodass Kenner aller Filme ihre große Freude haben dürften. Zudem spielt Jake Gyllenhaal seine Rolle so gut, dass man wirklich traurig ist, wenn er irgendwann die Seite wechselt und nicht mehr an der Seite von Spidey kämpft. Einige Szenen rund um Mysterio sind dabei derart phantastisch in Szene gesetzt, dass es einem glatt den Atem raubt. Der Name verrät es ja schon: Es handelt sich hier um einen Gegner voller Mysterien, voller Listen und Täuschungen. Die Macher setzen diese Seite ihres Antagonisten perfekt in Szene – besser kann man es nicht machen. Mit einer Sequenz in Berlin wurde ein MCU-Moment erschaffen, der so noch lange im Gedächtnis der Fans bleiben wird.

 

Mensch oder Superheld?

Tom Holland als Peter Parker bleibt auch in Far From Home ein absoluter Sympathieträger. In seinem neusten Abenteuer ist er greifbarer als je zuvor. Er muss mit Problemen kämpfen, die jeder so kennen dürfte. Wie gestehe ich meiner großen Flamme meine Liebe? Wie kann ich gegen einen Konkurrenten bei ihr ankommen? Dazu kommen das Leid, das er durch den Tod von Tony Stark erleiden muss und die Angst vor dem Scheitern. Spider-Man ist bei weitem kein Held in schimmernder Rüstung – sondern viel mehr ein Junge, der nicht weiß, wie er mit seinen Kräften umgehen soll. Wie heißt es doch so schön: Aus großer Macht folgt große Verantwortung!

Im MCU gilt Spider-Man als sicherer Gag-Lieferant und das ist auch bei Far From Home nicht anders. Die freundliche Spinne wirft nach wie vor mit One-Linern um sich, Kumpel Ned tut sein übriges, damit der Film vor Humor nur so überquillt. Manch einem mag das vielleicht zu viel sein, doch die Witze passen zur lockeren Atmosphäre der Klassenfahrt. Und mal ehrlich: Was ist schon ein Spider-Man ohne lockeres Mundwerk?

 

Das große Aber…

Wie bereits erwähnt bildet Spider-Man: Far From Home das Ende einer Ära. Doch irgendwie fühlt es sich nicht so an. Klar, Endgame hat mehr als deutlich gemacht, dass nun andere Zeiten im MCU anbrechen und auch eine der beiden Post Crédit Scenes in FFH spannt den Bogen zum großen Ganzen – dennoch wäre ein bisschen mehr nicht schlecht gewesen. Bisher ist zudem nicht klar, wie Tom Hollands Zukunft bei Marvel aussieht. Die Rechtesituation rund um Spidey ist gelinde gesagt etwas kompliziert. Eigentlich besitzt Sony die Filmrechte am Charakter. Mit Venom und A New Universe legt das Studio zudem aktuell alle nötigen Grundsteine, um Peter Parker bald bei sich aufschlagen zu lassen. Das Ende von Far From Home, besser gesagt die erste Post Credit Scene, deutet jedoch große Veränderungen für den MCU-Spider-Man an und bringen zudem einen alten Bekannten zurück, den so wohl niemand erwartet hätte.

Ein dritter Solofilm der Spinne kann gar nicht schnell genug kommen. Far From Home hat nämlich alles, was ein perfekter Marvelfilm benötigt: Einen charismatischen Helden, einen noch charismatischeren Schurken, tolle Bilder, einen brachialen Sound (der allerdings nicht an die Endgame-Opulenz heranreicht), eine gesunde Prise Humor und tolle Action. Wer Homecoming mochte, wird auch mit diesem Streifen seinen Spaß haben.

 

Informationen zu Spider-Man: Far From Home

  • Originaltitel: Spider-Man: Far From Home
  • Laufzeit: ca. 129 Minuten
  • Kinostart: 04. Juli 2019
  • Altersfreigabe (FSK): ab 12 Jahren freigegeben
  • Besetzung: Tom Holland, Jake Gyllenhaal, Zendaya

Trailer zu Spider-Man: Far From Home

Fazit:

Abschluss von Phase 3
Toller, charismatischer Schurke
Post Credit Scenes mit Mund-auf-Garantie
Weniger episch als Endgame
  • Spider-Man: Far From Home
    “Für mich hat Spider-Man seit den ersten Verfilmungen mit Tobey Maguire einen Platz in meinem Herzen sicher. Als angekündigt wurde, dass Tom Holland ins Spinnenkostüm schlüpfen würde, war ich zunächst skeptisch – mittlerweile ist Holland für mich DER Spider-Man. Umso gespannter war ich auf Far From Home und ich wurde nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil. FFH macht unfassbar viel Spaß, sodass die über 2 Stunden wie im Flug vergingen. Die erste Post Credit Scene ist zudem für mich als Fan ein wunderbarer Moment, der mich freudig auf Spideys Zukunft blicken lässt. Phase 4 kann kommen!”
    Lukas Hesselmann, Redakteur

Ab in die Filmsammlung?

Jeder Marvel-Fan wird Far From Home so oder so im Kino sehen. Doch auch diejenigen, die nur entfernt etwas mit Superhelden anfangen können, sollten einen Blick riskieren. Es lohnt sich!

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