Rocketman – Kritik zum Musikbiopic

Spätestens seit Bohemian Rhapsody dürfte selbst dem letzten Zweifler bewusst geworden sein: Musikbiopics rocken! Nach Queen ist nun Elton John an der Reihe, mit seinem Leben Zuschauer ins Kino zu locken. Nun stellt sich natürlich die Frage: Kann Rocketman mit Bohemian Rhapsody mithalten oder bleiben Queen die Kings der zeitgenössischen Musikfilme im Kino?

 

Die Story von Rocketman

Wer das Leben von Elton John kennt, weiß schon, worum es in Rocketman geht. Der Film erzählt das bewegte Leben des britischen Musikers und spart dabei nicht mit dreckigen Details. Egal ob es der Missbrauch von Drogen ist, oder der spätere Höhenflug des Ausnahmekünstlers – der Film geht an die Schmerzgrenze und teils darüber hinaus. Aber von Anfang an: Elton John wird als Reginald Kenneth Dwight in Pinner geboren. Die Familienverhältnisse sind schwer, gerade Regis Vater glänzt eher mit Abwesenheit und Desinteresse an seinem Sohn. Doch über seinen Papa kommt Reginald mit Musik in Kontakt und merkt schnell, dass hier seine Leidenschaft brennt. Nach den ersten musikalischen Gehversuchen findet Reginald mehr und mehr Anklang, erhält seine ersten großen Auftritte in den USA und ändert schlussendlich seinen Namen in Elton John. Die Geschichte des Musikers wird dabei bis in die Phase des tiefen Drogen- und Alkoholmissbrauchs erzählt und bleibt stets spannend.

Unsere Kritik zu Rocketman

Die wichtigste Frage zuerst: Ist Rocketman besser als Bohemian Rhapsody? Tatsächlich ist diese Frage nicht leicht zu beantworten, denn: Viel haben die beiden Streifen gar nicht gemeinsam. Natürlich behandeln Rocketman wie Bohemian Rhapsody große Musiker und punkten mit Musik auf der Leinwand – das war’s aber im Prinzip auch schon. Während Bohemian Rhapsody nämlich ein Biopic ist, in dem hin und wieder Musik gespielt wird, ist Rocketman viel mehr ein Musical. Hier kann es schon mal vorkommen, dass ein Jahrmarkt zur Bühne wird und das gesamte Fußvolk vor Ort mittanzt und mitsingt. Da die Macher auf diese Art der Filmgestaltung zurückgreifen, haben sie die Möglichkeit, völlig absurde und fantasievolle Bilder zu zeigen, wie man sie bei der Konkurrenz vermisst hat. Ab und an werden sogar wichtige Storydetails in ein Lied verpackt – wer auf sowas steht, wird mit Rocketman extrem viel Spaß haben.

Doch genug von Vergleichen mit Bohemian Rhapsody. Widmen wir uns Rocketman als das, was er ist: Ein toller Film. Die Macher des Streifens bedienen sich einem cleveren Trick: Taron Egerton, alias Elton John, erzählt seine Lebensgeschichte selbst in einer Selbsthilfegruppe. Immer wieder wechselt das Bild vom Leben Elton Johns in den Stuhlkreis der Selbsthilfe. John beklagt sich dann meist über das gerade Erzählte, beziehungsweise das gerade Gesehene. Dem Zuschauer wird somit ein direkter Einblick geboten, wie Elton John die entsprechenden Situationen im Rückblick erlebt hat und bewertet. Eine solche Reflektion macht den Musiker gleich viel greifbarer und menschlicher.

And the Oscar goes to…

Apropos Taron Egerton: Hier könnten wir es eigentlich kurz halten und sagen: Wenn Egerton 2020 nicht den Oscar als bester Hauptdarsteller erhält, wissen wir es auch nicht. Alle Songs im Film hat der Darsteller im Übrigen selbst eingesungen – das muss lobend erwähnt werden! Auch bei den restlichen Schauspielern passt alles wunderbar, niemand fällt negativ auf.

Alles in allem ist Rocketman ein wunderbarer Film geworden, der dem Zuschauer das Leben von Elton John auf fantatsievolle Weise näher bringt. Wir versprechen schon jetzt: Wer den Streifen im Kino sieht, wird auch Tage später noch Ohrwürmer der zahlreichen Songs haben, die toll in die Story des Films eingebunden sind. Nach Bohemian Rhapsody ist Rocketman also der zweite Musikfilm in kurzer Zeit, der voll abliefern kann. Es bleibt zu hoffen, dass Regisseur Dexter Fletcher, der übrigens auch an Bohemian Rhapsody maßgeblich beteiligt war, in Zukunft noch weitere Musiker auf die Leinwand bringt. Wie wäre es zum Beispiel mit Prince oder den Beatles?? Wir können es kaum erwarten!

 

Informationen zu Rocketman

  • Originaltitel: Rocketman
  • Laufzeit: ca. 121 Minuten
  • Kinostart: 30. Mai 2019
  • Altersfreigabe (FSK): ab 12 Jahren freigegeben
  • Besetzung: Taron Egerton, Richard Madden, Jamie Bell

Trailer zu Rocketman

Fazit:

Biopic über Elton John
Musical-Einflüsse
Überdrehter als Bohemian Rhapsody
Taron Egerton überzeugt auf ganzer Linie
  • Rocketman – Kritik zum Musikbiopic
    “Bohemian Rhapsody gehört für mich zu den besten Filmen der letzten 10 Jahre. Die Vorfreude auf Rocketman, einen ähnlichen Film, war entsprechend hoch und wurde tatsächlich nicht enttäuscht. Der Ansatz, die Songs von Elton John, in die Story des Films einzubinden, gefällt mir sehr gut und sorgt für frischen Wind und ein klares Abgrenzungsmerkmal zu Bohemian Rhapsody. Ich hatte meinen Spaß und werde den Streifen auch in Zukunft noch ab und an gucken.”
    Lukas Hesselmann, Redakteur

Ab in die Filmsammlung?

Musikfilmfans müssen Rocketman sehen. Wer zudem mehr über Elton John erfahren möchte, tritt ebenfalls den Besuch ins Kino an.

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