Rambo 5: Last Blood – Kritik zur brutalen Actionorgie

Wir schreiben das Jahr 2019. In den Kinos laufen Rambo und Terminator, wir warten auf den zweiten Teil von Top Gun und auch die Bad Boys stehen vor einem Comeback. Wer hätte gedacht, dass die alten Actionhelden auch heute noch auf der Leinwand ihr Ding abziehen? Während man die Rocky-Filme mit Creed jedoch auf eine zeitgemäße Eben hieven konnte, tritt man bei Rambo auf der Stelle. Warum der neuste Teil eher enttäuscht, lest ihr hier.

 

Die Story von Rambo 5: Last Blood

John Rambo hat sich (mal wieder) zur Ruhe gesetzt. Dieses Mal scheint es jedoch wirklich endgültig, denn der Kriegsveteran führt ein ruhiges Leben auf einer abgelegenen Ranch. Dort lebt er zusammen mit seiner Haushälterin und deren Enkelin Gabrielle, die für Rambo wie eine eigene Tochter ist. Als sich Gabrielle nach Mexiko begibt, um dort ihren leiblichen Vater zu suchen, gerät sie in die Fänge eines Menschenhändlerrings, der von den diabolischen Martinez-Brüdern geführt wird. Die zwei Brüder kennen keine Gnade und richten John brutal zu, als der sie bittet, seine Enkelin zu befreien. Natürlich überlebt der alternde Actionheld den Angriff und sinnt auf Rache. Beim Showdown auf seiner Ranch zeigt er dann, was er in seinen Jahren auf den Schlachtfeldern der Welt gelernt hat. Kinobesucher, die John Rambo gesehen haben, sollten sich darauf einstellen, dass dieser Showdown die absurde Brutalität vom vierten Teil noch einmal toppt.

 

Unsere Kritik zu Rambo 5: Last Blood

Als 1982 der Film Rambo in den Kinos anläuft – in den USA übrigens unter dem Titel First Blood -, ist er eine kleine Revolution im Actionkino. Zwar gibt es weniger handfeste Actioneinlagen als bei der Konkurrenz, doch die schonungslose Jagd nach dem Kriegsheimkehrer Rambo führt Darsteller Sylvester Stallone zu Weltruhm. Es folgten zwei Fortsetzungen, die jedoch wenig mit dem Erstling zu tun hatten. Während im ersten Teil gerade einmal eine Person ums Leben kam, sind es in Teil 2 schon 12, im dritten Teil 33 und in John Rambo sogar 83 Menschen. Derart viele Schurken werden in Last Blood nicht um die Ecke gebracht, doch der neuste Streich hat mit dem Leinwanddebüt der Figur genauso wenig zu tun, wie die letzten drei Teile.

Muss das sein?

Wenn man Rambo 5: Last Blood guckt, merkt man an jeder Ecke, warum der Film ab 18 Jahren freigeben ist. Das Thema Menschenhandel wird derart düster und explizit dargestellt, dass einige Szenen wirklich an die Substanz gehen. Dass dabei ein recht rassistisches Bild gezeichnet wird, wollen wir dabei aber nicht unter den Tisch fallen lassen. Sobald Gabrielle oder Rambo selbst in Mexiko sind, hat man das Gefühl, jede Person dort führt etwas böses im Schilde. Alles ist dreckig, düster und menschenverachtend. Gute Seiten? Gibt’s nicht. Selbst Gabrielles ehemals beste Freundin entpuppt sich als Gangsterin, die ihre Seelenverwandte an die Menschenhändler verscherbelt. Die Story ist dabei genau so dünn, wie das gezeichnete Bild von Mexiko rassistisch ist. Enkelin wird entführt, Rambo übt Rache. Fertig. Zugegeben, ab dem zweiten Teil stand die Actionreihe selten für preisverdächtige Drehbücher. Doch es ist eben nicht mehr 1982, sondern 2019 und es gibt reihenweise Actionfilme, die eine bessere Story bieten. Warum nicht auch Rambo?

Nichts für schwache Nerven

Wir erwähnten es schon das eine oder andere Mal: Last Blood ist verdammt brutal. Dass der Film ungeschnitten in die deutschen Kinos kommt, grenzt schon an ein Wunder. Dabei ist die Gewaltentwicklung besonders kurios: Über die ersten 85 Prozent des Films bekommen wir zwei recht explizite Szenen zu sehen, in denen einiges an Blut fließt. Die restliche Brutalität schafft der Film in dieser Zeit über seine Atmosphäre. Die letzte Viertelstunde ist dann derart heftig, dass im Kinosaal regelmäßig Gelächter ausbrach, weil keiner so wirklich glauben mochte, was da gerade zu sehen ist. Abgeschlagene Köpfe, abgehackte Beine, Schrotflintenschüsse ins Gesicht und und und. Die Liste an Grausamkeiten ließe sich noch lange weiterführen, doch der Punkt sollte klar sein: Last Blood macht keine Gefangenen. Wenn John Rambo einem Schurken sagt, er reißt ihm das Herz raus, dann reißt er ihm das Herz heraus – und wir müssen es mit ansehen. Zuschauer mit einem schwachen Magen machen bitte einen großen Bogen um Rambo 5: Last Blood. John Wick 3 ist ein Kindergeburtstag dagegen.

Die traurige Wahrheit

Tatsächlich können wir zu Rambo 5: Last Blood kaum ein gutes Wort verlieren. Die Gewalt ist völlig überzogen und selbstzweckhaft dargestellt. Die Story ist derart flach, dass sie eigentlich kaum existiert und selbst die Bösewichte können nicht überzeugen, da sie absolut klischeehaft und austauschbar sind. Auch Sylvester Stallone hat seine Stärke verloren. Seine Darstellung des John Rambo schwankt irgendwo zwischen verzweifeltem Kriegsheld, fürsorglichem Ziehvater und irrem Massenmörder. Wer mal wieder einen Actionfilm mit ordentlich Bumms und Blut sehen möchte, der sollte Last Blood eine Chance geben. Alle anderen können sich den Weg ins Kino getrost sparen. Da hilft es am Ende auch nicht, dass noch einmal eine Montage aus allen alten Rambo-Filmen gezeigt wird. Rambo 5 lässt eine ehemals starke Reihe ziemlich erbärmlich zu Ende gehen. Hoffentlich bleibt uns ein sechster Teil erspart und John Rambo geht in die längst überfällige Rente…

 

Informationen zu Rambo 5: Last Blood

  • Originaltitel: Rambo: Last Blood
  • Laufzeit: ca. 89 Minuten
  • Kinostart: 19. September 2019
  • Altersfreigabe (FSK): ab 18 Jahren freigegeben
  • Besetzung: Sylvester Stallone, Paz Vega, Adriana Barraza

Trailer zu Rambo 5: Last Blood

Fazit:

Unfassbar brutal
Rassistische und klischeehafte Darstellung Mexikos
Unrühmliches, vorläufiges Ende der Rambo-Serie
Sylvester Stallone nicht mehr in Form
  • Rambo 5: Last Blood
    “Ich hatte keine großen Erwartungen an Last Blood, weshalb ich nicht allzu enttäuscht bin. Die Rambo-Reihe an sich war mir auch nie so wichtig, sodass Rambo 5: Last Blood am Ende einfach eineinhalb Stunden vergeudete Zeit darstellen.”
    Lukas Hesselmann, Redakteur

Ab ins Kino?

Rambo-Fans machen einen Bogen um Last Blood und gucken sich lieber noch einmal die ersten drei Teile an…

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