3 from Hell – Kritik zum Retrohorror von Rob Zombie

14 Jahre nach The Devil’s Rejects und 16 Jahre nach Haus der 1.000 Leichen erschien dieses Jahr endlich der dritte Film rund um die irre Firefly-Familie. Während vor allem Haus der 1.000 Leichen inzwischen Kultstatus genießt, fiel Regisseur Rob Zombie in der Filmwelt zuletzt eher negativ auf. Gerade sein Machwerk 31 dürfte wohl zu den schlechtesten Filmen der vergangenen Jahre gehören. Mit der Reanimierung der kultigen Firefly-Familie versucht er nun erneut, einen Hit zu landen. Ob das gelungen ist, verraten wir in unserer Kritik.

Die Story von 3 from Hell

3 from Hell beginnt zehn Jahre nach den Ereignissen von The Devil’s Rejects. Nach ihren Gräueltaten sitzen die drei Irren Baby, Otis und Captain Spaulding hinter Gittern – Spaulding wird sogar direkt zu Beginn hingerichtet. Es kommt jedoch so wie es kommen muss und Otis, dem Kopf der Killerbande, gelingt mithilfe seines Mitgefangenen Winslow die Flucht. Dabei töten sie einige Gefangene und Wärter, was ihnen später zum Verhängnis werden soll. Ihr Ziel ist nun die Befreiung von Baby aus dem Frauenknast. Otis und Winslow erpressen also den Gefängnisdirektor, holen Baby zu sich und flüchten nach Mexiko. Dort werden sie jedoch von ihren Gräueltaten eingeholt…

Unsere Kritik zu 3 from Hell

3 from Hell führt die Geschichte der beiden Vorgänger nahtlos fort, doch nimmt ihr einen ganz entscheidenden Punkt: Sid Haig als Captain Spaulding. Leider verstarb Haig nach den Dreharbeiten, sodass 3 from Hell sein letzter Film hätte werden KÖNNEN. So bleibt es leider nur bei einigen kurzen Sequenzen am Anfang und leider fehlt der Firefly-Familie so ein wichtiges Mitglied. Zwar tritt mit Richard Brakes Winslow ein neuer Irrer in die Arena, doch dem fiesen Clown-Killer Spaulding kann er nicht das Wasser reichen. Doch das Fehlen von Sid Haig ist nicht der einzige Punkt, der 3 from Hell zu einem unwürdigen dritten Teil macht.

Tarantino – nur in arm

An allen Ecken und Ende fällt auf, dass Rob Zombie gerne ein radikaler Filmemacher wie Quentin Tarantino wäre. Die Musik, die Schnitte, die Bildeffekte, die teils kurios anmutenden Gespräche der Darsteller – das würde Tarantino auch so machen. Allerdings gibt es einen kleinen Unterschied zu Tarantino: Er würde es gut und sinnvoll machen. Ja, Rob Zombie hat einen harten, teils unangenehmen Horrorfilm geschaffen, der gerade in den Gewaltspitzen nichts für schwache Nerven ist. Doch im Gegensatz zu Tarantino hat man nie das Gefühl, dass hier ein tieferer Sinn dahinter steckt. Optisch kommt Zombie seinem Vorbild verdammt nahe, doch eben nur optisch. Unter der dreckigen Fassade ist 3 from Hell einfach nur ein dummer Film – so hart das klingen mag.

Irre ist gut

Highlight des Filmes ist nach wie vor die Firefly-Familie – zumindest die zwei übergebliebenen Mitglieder Baby und Otis. Er ist einfach nur böse und hält sich selbst für das Werkzeug des Teufels. Die langen Haare und der Rauschebart sind geblieben und lassen Otis wie den Bruder von Charles Manson wirken.
Auch Baby ist immer noch völlig gaga und somit absolut unberechenbar. Wenn sie lächelnd durch die Gegend tanzt, nur um dann einen bestialischen Mord zu begehen, bekommt man schon ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Doch auch hier gibt es ein großes Aber: Als dritter Teil muss sich 3 from Hell mit seinen Vorgängern messen, die die Latte in Sachen Wahnsinn sehr hoch gelegt haben. 3 from Hell zieht hier klar den Kürzeren. So irre Baby sein mag, so langweilig ist es im Vergleich zu The Devil’s Rejects – Otis selbst merkt genau das an. Aber auch er ist nicht mehr der alte Psycho aus den ersten beiden Teilen. Ja, er ist verrückt, doch wirkt berechenbar. In Zeiten von Joker und Co. ist “einfaches” Verrücktsein einfach nicht mehr genug. Und genau das ist der springende Punkt.

Aus der Zeit gefallen

Vor 10 Jahren wäre 3 from Hell bestimmt ein Knaller gewesen, ein Skandalfilm, den man sehen muss. Heute erweckt der Film maximal ein müdes Lächeln. All die Morde, all die irren Taten – all das hat man inzwischen zur Genüge gesehen, meist sogar besser und effektiver. 3 from Hell ist kein guter Horror- oder Actionfilm und erst recht kein krönender Abschluss der Firefly-Reihe. Die Stars sind alt geworden, der Irrsinn ist so nicht mehr zeitgemäß. Vielleicht sind über 15 Jahre zwischen den Originalen und dem dritten Teil einfach ein bisschen zu viel des Guten. Nach 31 ist 3 from Hell nun also der nächste Flopp von Rob Zombie. Unser Tipp: Vielleicht sollte sich der gute Mann in Zukunft nicht mehr aufs Filmemachen konzentrieren…

Informationen zu 3 from Hell

  • Originaltitel: 3 from Hell
  • Laufzeit: ca. 115 Minuten
  • Heimkinostart: 21. November 2019
  • Altersfreigabe (FSK): ab 18 Jahren freigegeben
  • Besetzung: Bill Moseley, Sherri Moon Zombie, Richard Brake

 

Extras auf der Blu-ray:

  •  Making of 3 from Hell
  • Trailer

Trailer zu 3 from Hell

Fazit:

Dritter Teil der Firefly-Reihe
Bill Moseley und Sherri Moon Zombie kehren zurück
Tarantino für Arme
Teils unterirdische Effekte
  • 3 from Hell – Kritik zum Retrohorror von Rob Zombie
    “Ich bin ein großer Fan von Haus der 1.000 Leichen und habe mich auf das Wiedersehen mit der Firefly-Familie gefreut. Nachdem der Film nur für wenige Wochen und dann nur nachts im Kino lief, war ich umso erfreuter, als mich die DVD erreichte. Ich kann nur sagen: Zum Glück habe ich mir den Kinogang gespart. 3 from Hell ist ein ideenloser, unwürdiger Abschluss der Firefly-Serie. Das Fehlen von Si Haig kann ich da noch am ehesten verkraften.”
    Lukas Hesselmann, Redakteur

Ab in die Filmsammlung?

3 from Hell ist nur etwas für Fans der Vorgänger – und auch nur dann, wenn man unbedingt wissen muss, wie es mit der Firefly-Familie weitergeht.

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