Die Eiskönigin 2 – Kritik zum frostigen Disney-Spaß

Die Eiskönigin aka Frozen gehört wohl zu den besten, aber auch gehyptesten Filmen aus dem Disney-Portfolio. Kaum ein Geschäft in den Großstädten bietet kein Produkt von und mit Frozen, Olaf und Elsa an. Bei Kids wie Erwachsenen kam der erste Teil phänomenal an, sodass Disney dumm wäre, keinen zweiten Teil zu produzieren. Der ist seit November in den Kinos und wir klären, ob Die Eiskönigin 2 mit ihrem tollen Vorgänger mithalten kann.

 

Die Story von Die Eiskönigin 2

Einige Jahre sind seit dem Ende vom ersten Teil vergangen. Elsa hat sich in ihre Rolle als Königin eingefunden, Anna und Kristof sind ein glückliches Paar und Olaf lebt – wie gewünscht – im Sommer mit seinen Freunden (Eismagie macht’s möglich). Doch Elsa wird seit einiger Zeit von einer merkwürdigen Stimme gerufen, die scheinbar nur sie hören kann. Als dann die Heimat der Helden vor dem Untergang steht, schließen sich die Fanlieblinge zusammen, um Elsas Stimmen im Kopf auf den Grund zu gehen. Die Reise führt die Gruppe in einen magischen Wald, der von einer dichten Nebelwand geschützt ist, die keine Lebewesen nach draußen lässt. In diesem Zauberwald kommen Elsa, Anna, Olaf und Co. dann sogar ihrer Vergangenheit auf die Schliche!

 

Unsere Kritik zu Die Eiskönigin 2

Die Eiskönigin 2 hat ein großes Problem: Teil eins. Würde es den ersten Film nicht geben, wäre Frozen 2 ein grundsolider Disneyfilm mit einigen, wenigen Schwächen. Doch durch die Brillianz des Vorgängers wirkt Die Eiskönigin 2 beinahe in allen Belangen schwächer. Wir gehen ein paar essenzielle Punkte durch, um dieses Problem zu verdeutlichen.

Wo ist die Chemie?

Die Eiskönigin lebte einst davon, eine unverwechselbaren Cast zu haben, der sich ergänzt und eine brillante Chemie untereinander versprühte. All das wird bei Frozen 2 im Keim erstickt, da jeder sein eigenes Ziel zu verfolgen scheint. Zwar arbeiten alle zusammen, doch im stillen Kämmerlein will jeder eigentlich etwas anderes. Um hier keinen Konflikt zu vermeiden, trennen die Macher die Gruppe ab einem gewissen Punkt. Elsa reist alleine, Kristof und Sven bleiben beieinander und Anna schließt sich mit Olaf zusammen. Die gemeinsamen lustigen Szenen vom Beginn des Films stehen somit für sich und werden zu keinem Zeitpunkt weitergesponnen. Jeder kocht sein eigenes Süppchen und keiner bekommt so richtig mit, was die anderen eigentlich wollen. Warum schafft man erst eine derart sympathische und vor allem lustige Truppe, die vom Zusammenspiel untereinander profitiert, nur um sie dann konsequent zu trennen?

Anna, oh Anna

Besonders negativ fällt hier Hauptfigur Anna auf. Mit Die Eiskönigin 2 reiht sich die Prinzessin wohl zu den nervigsten Figuren Disneys ein. Sie bringt sich und die Gruppe aufgrund von purem Egoismus in Gefahr, da sie ihrer Eismagierinnenschwester in einen brennenden Wald folgt. Und warum? Damit Elsa nicht alleine gegen die Flammen kämpft und die beiden “für immer zusammen bleiben”. Vielleicht ist es aber ganz klug, eine EISmagierin gegen das Feuer kämpfen zu lassen, weil sie naja… EIS zaubern kann.  Durchweg stört Anna mit dummen Dialogen, sinnlosen Aktionen und merkwürdigen Entscheidungen. Doch Elsa ist da nicht besser. Warum erzählt sie ewig niemandem von den mysteriösen Stimmen? Warum meint sie, alles alleine schaffen zu müssen? Offenbar hat sie den ersten Teil völlig vergessen…

Lalala

Disney-Filme allgemein, aber vor allem Die Eiskönigin, lebte von einem fantastischen Soundtrack und einprägsamen Ohrwürmern. “Willst du einen Schneemann bauen”, “Let it go” oder Olafs Sommerlied bleiben den Zuschauern im Gedächtnis. Die Eiskönigin 2 bietet nichts davon. Schon nach dem Verlassen des Kinosaals hat man sämtliche Songs vergessen – und trällert stattdessen wieder die Songs aus Teil eins. Auch der selbstironische Humor aus dem Erstling ist in Teil 2 völlig verloren gegangen. Der erste Film spielte damals meisterlich mit den typischen Disney-Klischees und stellte sie wunderbar auf den Kopf. Teil 2 macht genau das nicht und verfällt wieder in die alte Disney-Schiene. Einzig Olaf bekommt viel mehr Screentime, was für etliche Lacher sorgt. Gerade die sympathische Zusammenfassung der Geschehnisse des ersten Teils lässt kein Auge trocken – vor Lachen versteht sich.

Das Eis schmilzt

Doch schlecht ist Die Eiskönigin 2 damit nicht. Die bereits erwähnten Olaf-Szenen sind irre lustig und später sogar ziemlich traurig. Zudem ist der Film optisch wieder einmal eine Wucht. Disney schafft es tatsächlich immer wieder, die eigenen Animationsfertigkeiten zu überbieten. Toy Story 4 sah in diesem Jahr schon unfassbar aus und Frozen 2 muss sich hier keinesfalls verstecken. Unterm Strich ist Die Eiskönigin 2 leider ein Opfer seines Vorgängers. Wäre Teil 1 nicht dermaßen erfrischend gewesen, wäre Teil 2 ein echt guter Film geworden. Leider hat der neuste Film aus dem Hause Disney in nahezu jeder Kategorie das Nachsehen im Vergleich zum Erstling. Einzig die erhöhte Olaf-Dosis hat Teil 2 seinem Vorgänger voraus. Für Familien mit Kindern ist der Film aber dennoch sehenswert, da sie die liebgewonnenen Charaktere wiedersehen können und neue Abenteuer mit ihren Helden erleben können. Wer jedoch ein Meisterwerk wie Die Eiskönigin erwartet hat, wird wohl etwas frostig dreinschauen.

 

Informationen zu Die Eiskönigin 2

  • Originaltitel: Frozen 2
  • Laufzeit: ca. 104 Minuten
  • Kinostart: 20. November 2019
  • Altersfreigabe (FSK): ab 0 Jahren freigegeben
  • Besetzung: Idina Menzel, Kristen Bell, Josh Gad

Trailer zu Die Eiskönigin 2

Fazit:

Müder Abklatsch des ersten Teils
Helden trennen sich ab der Hälfte des Films
Fanliebling Olaf erhält mehr Raum
Weniger Ohrwürmer als im ersten Film
  • Die Eiskönigin 2 – Kritik zum frostigen Disney-Spaß
    “Vor dem Anschauen von Die Eiskönigin 2 habe ich mir zunächst den Vorgänger angeguckt und war begeistert. So muss ein Disney-Film im 21. Jahrhundert aussehen! Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an Teil 2. Leider konnte Frozen 2 diese Erwartungen nicht erfüllen. Der Charme vom ersten Teil wird durch die unnötige Aufteilung der Helden weggefegt und auch ansonsten wirkt dieser Teil nur wie ein müder Abklatsch seines Vorgängers. Schade drum!”
    Lukas Hesselmann, Redakteur

Ab ins Kino?

Familien mit Kindern sollten über die Schwächen hinwegsehen und einen Ausflug ins Kino planen. Alle, die einen ähnliche frischen Film wie bei Teil 1 erwarten, sparen sich das Geld lieber…

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