Upgrade – Kritik zum Sci-Fi-Kleinod

Vor nicht allzu langer Zeit kündigte Horror-Produzent Jason Blum an, er wolle den Überraschungserfolg Upgrade als Serie fortführen. Fans des dystopischen Streifens dürfte das durchaus freuen, doch viele Kinogänger werden mit dem Film gar nichts anfangen können. Das wollen wir ändern, denn Upgrade ist ein Kleinod, das man unbedingt auf dem Schirm haben sollte!

Die Story von Upgrade

Upgrade spielt in der nahen Zukunft und erzählt die Geschichte von Automechaniker Grey Trace, der alte Karren für wohlhabende Kunden repariert und wieder in Stand bringt. Grey sträubt sich in einer weitestgehend technisierten Zukunft gegen eben diese Technik und hält an alten Tugenden fest. Roboter in der Pflege – nicht sein Ding. Selbstfahrende Autos findet er auch nicht wirklich gut. Und so geschieht es, dass er mit seiner Frau in eben so einem selbstfahrenden Auto einen Unfall/Überfall erleidet, bei dem sie getötet wird, er schwerverletzt überlebt. Von nun an sitzt Trace im Rollstuhl und ist vom Kopf abwärts gelähmt. Ein ehemaliger Kunde Greys bietet ihm einen Ausweg, indem Grey einen Chip implantiert bekommt, der seinen lädierten Körper wieder reaktivieren kann. Der an den Rollstuhl gefesselte Trace sieht seine Chance, selbst Jagd auf die Gauner zu machen, die seine Frau töteten. Doch schnell merkt er, dass der Chip nicht nur Segen ist, sondern eine ganz eigene Macht verfügt…

Unsere Kritik zu Upgrade

Filme wie Upgrade sieht man selten. Der Film lief in den vergangenen Jahren extrem unter dem Radar und kann trotz seines geringen Budgets überzeugen. Widmen wir uns zunächst der Welt des Sci-Fi-Werks. Das Universum, das Regisseur Leigh Whannell zeichnet, ist düster und dystopisch. Die Klüfte zwischen Arm und Reich, technisch verbessert und “naturbelassen” sind groß. Technik spielt eine große Rolle und wird vom Film teils sogar satirisch behandelt. Hauptcharakter Trace ist oftmals das Sprachrohr für diese Technikkritik, da er als Kritiker des Fortschritts zu vielen sinnigen oder unsinnigen Innovationen seine Meinung kundtut. Dass gerade er später auf diese Technik angewiesen ist, gefällt ihm daher gar nicht. Er reagiert nachvollziehbar auf das, was ihm im Laufe des Films widerfährt.

Kamera läuft und los!

Upgrade bietet eine fantastische Optik, die gerade bei den Kamerafahrten fast schon revolutionär wirkt. In manchen Szenen klebt die Kamera derart am Protagonisten und bewegt sich so dynamisch, dass man denken könnte, man sei in einem Videospiel. Das wirkt nicht nur extrem stylisch, sondern gibt den Actionszenen einen enormen Impact. Apropos Action: Upgrade bietet einige Actionsequenzen, verkommt aber nie zu einem puren Actionkracher á la Bad Boys for Life oder John Wick 3. Die wilderen Passagen haben es dafür aber umso mehr in sich. Was wir hier sehen, reizt die 16-Freigabe bis aufs Äußerste aus. Brutaler Höhepunkt ist eine Schlägerei, in deren Folge einem Angreifer der Unterkiefer gespalten wird – und die Kamera hält voll drauf.

Twists und Zukunftsprognosen

Upgrade bietet für die meisten seiner Probleme gute Lösungsansätze. Ihren Höhepunkt findet die Story jedoch im finalen Twist, den wir hier natürlich nicht verraten wollen. Aus eben diesem Twist ergibt sich aber eine spannenden Prämisse für die nun geplante Serie. Wie geht es mit STEM, dem Chip in Greys Körper weiter? Dreht sich die Serie wieder um Grey oder um andere STEM-Träger? Zumindest hier hat Jason Blum schon eine Antwort gegeben: Die Upgrade-Serie wird einige Jahre nach dem Film spielen und einen neuen Wirt präsentieren – Grey ist also raus. Zumindest einen Cameo-Auftritt würden wir uns aber wünschen…

Alles in allem ist Upgrade eine Sci-Fi-Erfahrung, die jede Minute wert ist. Natürlich ist nicht alles perfekt und voller Sonnenschein: So besitzen die Charaktere, abseits von Grey, kaum Tiefe. Auch die Antagonisten wirken nicht wirklich glaubhaft und auch deren Motive hinterlassen einige Fragezeichen (mit einer Ausnahme). Wer schon lange mal wieder einen harten, düsteren, dystopischen und überraschenden Sci-Fi-Streifen gesucht hat, wird in Upgrade fündig. Als Vorbereitung für die kommende Serie, ist der Film auf jeden Fall ein Muss!

 

Informationen zu Upgrade

  • Originaltitel: Upgrade
  • Laufzeit: ca. 100 Minuten
  • Heimkinostart: 11. April 2019
  • Altersfreigabe (FSK): ab 16 Jahren freigegeben
  • Besetzung: Logan Marshall-Green, Betty Gabriel, Harrison Gilbertson

 

Trailer zu Upgrade

Fazit:

Düstere Sci-Fi-Story
Für FSK 16 extrem brutal
Cooler Twist am Ende
Teils fehlende Tiefe
  • Upgrade
    “Ich habe immer wieder vom Geheimtipp Upgrade gelesen und musste ihn nun endlich einmal nachholen – und das habe ich nicht bereut. Einige Kamerafahrten werden mir noch lange im Gedächtnis bleiben, ebenso wie eine bestimmte Prügelszene – aua!”
    Lukas Hesselmann, Redakteur

Ab in die Filmsammlung?

Sci-Fi-Fans greifen ohne Bedenken zu, Actionfans ebenfalls. Wer Blumhouse-typisch einen Horrorfilm erwartet, dürfte jedoch enttäuscht werden.

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