Thursday – Kritik zum perfekten Thriller für Tarantino-Fans

Corona, ein mehr als dürftiger Sommer – alles Gründe, um den Kopf in den Sand zu stecken. Doch aufgrund der aktuellen Situation fängt man vielleicht an, den elendig hohen Pile of Shame abzuarbeiten, oder nach versteckten Perlen zu suchen. Und eine solche Perle möchten wir heute einmal vorstellen. 1998 erschienen, in einem Jahr voller moderner Klassiker wie American History X, The Big Lebowski oder Der Soldat James Ryan. Kein Wunder, dass ein kleiner Film wie Thursday da unterging. Doch 2020 funktioniert der Streifen immer noch wunderbar. Das ist Thursday – Ein mörderischer Tag:

Die Story von Thursday – Ein mörderischer Tag

Die Story von Thursday könnte glatt aus der Feder von Quentin Tarantino stammen. Gauner Casey hat vor langer Zeit seine Gangsterkarriere beendet und möchte nun ein normales Leben führen, samt Ehefrau und Kinderadoption. Leider holt ihn seine Vergangenheit in Form seines ehemaligen Partners in Crime Nick ein. Der steht am titelgebenden Donnerstag nämlich plötzlich vor Caseys Tür. Um “ein paar Dinge zu erledigen” (zwinker zwinker) lässt er Casey mit seinem Gepäck zurück. Der findet jedoch schnell heraus, dass Nicks zurückgebliebener Koffer voller Drogen ist, die aus einem Raub stammen. Selbstverständlich möchten die Beraubten ihren Stoff wiederhaben und schicken Casey einen Killer auf den Hals. Damit ist das Ende der Fahnenstange hier natürlich noch lange nicht erreicht, denn auch Nicks Partner und ein korrupter Cop sind auf der Suche nach den Drogen.

Unsere Kritik zu Thursday – Ein mörderischer Tag

Was soll man nun zu Thursday sagen? Es ist verrückt, dass ein solcher Film derart unter dem Radar läuft und bisher kaum Beachtung fand bzw. immer noch findet. Klar, gegen die große 98er-Konkurrenz stinkt der Film ab, dennoch sollte man Thursday keinesfalls unterschätzen.

Storytime

Widmen wir uns zunächst der Geschichte des Films: Hier gibt es nicht viel zu meckern. Es gibt kein langes Vorgeplänkel und rapide steigt der Grad der Absurdität an. Casey merkt schnell, dass irgendetwas mit seinem Kumpel nicht stimmt. In Rückblenden erfahren wir zudem was die beiden Gauner in der Vergangenheit abgezogen haben und wie es zum besagten Donnerstag kommen konnte. Einziger kleiner Kritikpunkt bildet das Ende. Hier wirkt alles ein wenig überhastet. Urplötzlich sind korrupte Cops ein Ding. Plötzlich passiert dies, plötzlich passiert jenes. Normalerweise ist es ja schön, wenn ein Film nach und nach an Fahrt aufnimmt – wenn das Tempo dann jedoch so rasant wird, dass der Film von der Bahn abkommt, weil es ZU schnell wird, ist das auch nicht wirklich schön anzusehen.

Das Ding mit der Gewalt

Thursday kommt ungeschnitten mit einer ab 18-Freigabe daher und auch 22 Jahre nach dem Erscheinen müssen wir sagen: Diese Freigabe ist durchaus berechtigt. Sex und Gewalt sind bei Thursday – ähnlich wie auch bei Tarantino – allgegenwärtig. Da philosophiert die Schurkin mit einem biederen Herren über Pornos, während in der nächsten Szene irgendjemand möglichst blutig erschossen wird. Klar, inzwischen hat man durchaus härtere Sachen gesehen, doch Thursday gehört keinesfalls in Kinderhände.

Gut und Böse?

Wer ist der Gute und wer ist der Böse? Thursday verzichtet hier bewusst (?) auf eine klare Antwort. Natürlich fiebert man mit Casey mit, aber ein wirklicher Good Guy ist er auch nicht. Die berühmte Schwarz-Weiß-Sicht gibt es nicht, eine Heldenrolle schon gar nicht. Grau in Grau trifft es wohl eher und das ist gut so. Doch teils – und das ist wiederum nicht gut – werden Charaktere in Thursday hastig eingeführt, nur damit sie wenige Szenen später schon wieder das Zeitliche segnen. Gerade Mickey Rourke als korrupter Bulle oder Paulina Porizkova als Nicks irre Komplizin hätten durchaus mehr Screentime verdient gehabt.

Alles in allem bleibt die gleiche anfängliche Frage bestehen: Was soll man zu Thursday noch sagen? Jeder Tarantino-Fan dürfte mit diesem Streifen seine helle Freude haben. Natürlich bewegt sich alles ein wenig unter dem meisterlichen Niveau des Kultregisseurs, aber das ist gar nicht schlimm. Für den Geheimtippsnack zwischendurch ist der Streifen ganz klar eine Empfehlung wert.

Informationen zu Thursday – Ein mörderischer Tag

  • Originaltitel: Thursday
  • Laufzeit: ca. 87 Minuten
  • Heimkinostart: 10. September 1998
  • Altersfreigabe (FSK): ab 18 Jahren freigegeben
  • Besetzung: Thomas Jane, Aaron Eckhart, Mickey Rourke

Trailer zu Thursday – Ein mörderischer Tag

Fazit:

Tolle Darsteller
Kuriose Story, deren Absurdität immer weiter ansteigt
Echter Geheimtipp für Fans von Tarantino
Etwas überhastetes Ende
  • Thursday
    “Vor Corona hatte ich noch nie von Thursday gehört. Bei meinen Recherchen zu Geheimtipps aus dem Krimibereich, stieß ich dann auf diese Perle und war von der ersten Sekunde an gefesselt. Nicht nur dass mit Thomas Jane einer meiner Lieblingsschauspieler (PUNISHER!!!) mit an Bord ist, auch der tarantinoeske Stil des Films waren eine echte Freude.”
    Lukas Hesselmann, Redakteur

Ab in die Filmsammlung?

Ein toller Krimi-Thriller-Geheimtipp für einen spaßigen Filmabend! Tarantino-Fans können beruhigt einschalten!

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