Coyote Lake – Kritik zum einschläfernden Krimithriller

Das Filmjahr 2020 ist wirklich ein Trauerspiel. Zwar bekommen wir hin und wieder kleine Perlen wie Mossad zu sehen oder auch lang erwartete Filme wie The New Mutants – doch mit all den Corona-bedingten Verschiebungen macht das ganze nicht wirklich Spaß. Umso mehr freut sich der geneigte Filmfan also, wenn dann doch mal ein spannend klingender Film veröffentlicht wird, der auf den ersten Blick das Zeug hat, die bisherige mehr als maue Filmausbeute aufzupeppen. Coyote Lake klingt auf dem Papier nach so einem Film. Doch wie ihr bereits der Überschrift entnehmen könnt, scheitert der Film an vielen Ecken und Enden. Wir klären, warum dem so ist.

Die Story von Coyote Lake

Wie bereits erwähnt, auf in der Theorie klingt Coyote Lake wirklich spannend. Die junge Ester betreibt zusammen mit ihrer Mutter Teresa eine Pension in Texas, nahe der Grenze zu Mexiko. Doch schon in den ersten Filmminuten wird klar, dass die Frauen nicht so normal sind, wie sie klingen: Regelmäßig bringen sie ihre Besucher um und versenken sie im namensgebenden Coyote Lake. Eines Tages verirren sich zwei Drogenkartellmitglieder in die Pension und erzwingen Hilfe von den beiden Damen. Ester wehrt sich zunächst, doch verliebt sich nach und nach in einen der beiden Ganoven. Sie steht vor einer schwierigen Entscheidung: Entscheidet sie sich für die Liebe oder für ihre Mutter?

Unsere Kritik zu Coyote Lake

Tatsächlich ist die erste halbe Stunde von Coyote Lake durchaus sehenswert. Die beiden Frauen begehen zwar eindeutig grauenhafte Verbrechen, doch irgendwie wirken sie auch sympathisch. Das mag auch daran liegen, dass der erste gezeigte Mord nicht wirklich blutrünstig dargestellt wird, wie man es sich nach der Storybeschreibung durchaus vorstellen könnte. Generell schlägt der Film einen eher ruhigen, behutsamen Ton an. Man fragt sich anfangs noch, warum passiert das alles und was könnte als nächstes passieren, das den Frauen Probleme bereitet. Diese Frage klärt sich, als die beiden Verbrecher ins Leben der Frauen treten. Ab diesem Zeitpunkt wird der Film dann leider zäher als Kaugummi.

Wie lange noch?

Es ist nie ein gutes Zeichen, wenn man bei einem Film regelmäßig auf die Uhr guckt. Coyote Lake provoziert aber genau das. Die Spannungskurve dieses Thrillers ist in etwa so überraschend, wie die Erkenntnis, dass Michael Wender offenbar doch ein ziemlicher Trottel ist – Stichwort: Corona. Die 93 Minuten Film bieten – abgesehen vom doch überraschenden Ende – nicht eine einzige denkwürdige oder überraschende Szene. Wir mussten uns sogar nach Sichtung des Filmes noch einmal eine Zusammenfassung durchlesen, weil wir nicht glauben konnten, dass das wirklich alles war. Keine zweite Ebene, keine Metapher, nix.

Falsche Erwartung?

Wenn man die Zusammenfassung des Filmes liest – zwei alleinlebende Frauen werden überfallen, doch sie hüten ein dunkles Geheimnis, das die Schurken bald kennenlernen sollen etc. etc. – erwartet man vermutlich einen kalten Rachethriller, der aufgrund der FSK 16-Freigabe zwar nicht allzu brutal, aber dennoch spannend daherkommen dürfte. Doch dem ist keinesfalls so. Viel eher sollte man als Zuschauer ein nicht wirklich spannendes Charakterdrama erwarten, bei dem es neben der offensichtlichen Prämisse auch um die erste Liebe geht. Die Beschreibung/Vermarktung des Filmes ist in etwa so passend, als würde man Fast and the Furious als seriöse Autodokumentation auf den Markt bringen wollen.

Naja…

Doch wir wollen auch einige gute Punkte nicht unter den Tisch fallen lassen: Die Darsteller machen nahezu durch die Bank weg einen ordentlich Job. Hauptdarstellerin Camila Mendes dürfte den meisten Zuschauern wohl aus Riverdale bekannt sein. In Coyote Lake liefert sie eine solide Performance ab, sollte aber wohl kaum mit dem Oscar rechnen. Die Atmosphäre des Filmes ist auch durchaus in Ordnung. Alles in allem muss man jedoch leider sagen, dass Coyote Lake extrem viel Potenzial verschenkt. Die Grundidee, dass die Jäger plötzlich zu den Gejagten werden, hat in der Vergangenheit schon häufig gut funktioniert. Dass hier zwei Frauen plötzlich das Blatt wenden, wäre tatsächlich eine coole Idee gewesen. Leider erreicht der Film nie eine Klasse, die Coyote Lake zu einer Empfehlung werden lassen. Wer 93 Minuten Zeit hat und wirklich überhaupt nichts mehr auf der Watchlist stehen hat UND zudem noch auf Charaktermelodramen steht, kann einen Blick riskieren. Coyote Lake läuft nicht in den heimischen Kinos, sondern ist im September für den Heimkinomarkt auf DVD, Blu Ray und online erschienen.

Informationen zu Coyote Lake

  • Originaltitel: Coyote Lake
  • Laufzeit: ca. 93 Minuten
  • Heimkinostart: 18. September 2020
  • Altersfreigabe (FSK): ab 16 Jahren freigegeben
  • Besetzung: Camila Mendes, Adriana Barraza, Charlie Weber

Trailer zu Coyote Lake

Fazit:

Außen hui, innen pfui (kein Horror, eher Charakterdrama)
Story nimmt kaum Fahrt auf
Atmosphäre geht in Ordnung
Solide Leistung aller Darsteller
  • Coyote Late
    “Ich muss leider ehrlich sein: Coyote Lake gehört für mich zu den einschläfernsten Filmen 2020. Die Story kommt nicht in Fahrt und schon im Vorhinein wurde ich von der Werbung rund um den Streifen auf eine völlig falsche Fährte geführt. Doch selbst mit den passenden Erwartungen, hätte mir der Film sicherlich nicht gefallen.”
    Lukas Hesselmann, Redakteur

Ab in die Filmsammlung?

Wer Coyote Lake nicht anschaut, hat absolut nix verpasst.

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