Guns Akimbo – Kritik zu John Wick auf Speed

Kennt ihr das? Ihr guckt einen Film und merkt schon bevor der Spaß rum ist, dass ihr hier einen besonderen Streifen vor euch habt? Genau so ein Ding ist Guns Akimbo. Während die meisten Kinofilme in diesem Jahr verschoben wurden, lief dieses Actionfeuerwerk zumindest ganz, ganz kurz in den deutschen Kinos. Wer dieses kurze Fenster verpasst hat, kann seit dem 04. Dezember auf die Heimkinoversion zurückgreifen und wir verraten schon einmal so viel: Actionfans kommen nicht an diesem Film vorbei!

Die Story von Guns Akimbo

Die Story von Guns Akimbo ist so simpel wie makaber: Videospielentwickler Miles ist im wahren Leben ein absoluter Looser. Einzig im Internet ist er stark – als Troll im Live-Chat von Skizm. Skizm ist in der nahen Zukunft ein illegaler Livestream, in dem Menschen bis zum Tod gegeneinander kämpfen, im Prinzip eine Art Battle Royale. Als Miles online zu laut rumtönt, gerät er ins Fadenkreuz von Riktor, dem Veranstalter von Skizm. Der entführt Miles, nagelt ihm zwei Pistolen an die Hände und schickt ihn gegen Spitzenreiterin Nix ins Rennen. Klingt irre? Ist es auch.

Unsere Kritik zu Guns Akimbo

Um zu verstehen, was Guns Akimbo genau ist, versuchen wir es mal mit dieser Erklärung: Guns Akimbo ist eine Mischung aus John Wick, Scott Pilgrim und Hobo with a Shotgun. Der Film ist wild, brutal und verdammt durchgestylt. Die 98 Minuten Laufzeit vergehen wie im Flug und ständig wird uns Zuschauern ein neuer Irrsinn geboten. Doch während der Film durchweg ein hohes Tempo behält, bleiben wir auf dem Boden und schauen uns alles Stück für Stück an.

Videogame – der Film

Es gibt Videospielverfilmungen wie Far Cry, Resident Evil oder Assassin’s Creed. Die sind meist recht schlecht und versuchen ihre Spielevorbilder auf die Leinwand zu transportieren. Und dann gibt es Filme wie Hardcore, FPS, Scott Pilgrim oder eben Guns Akimbo, die die Ästhetik eines Videospiels haben und diese (mal mehr, mal weniger erfolgreich) in ein anderes Medium transportieren. GA gelingt dieser Transfer wunderbar. Sei es über kleine Easter Eggs oder über direkte Referenzen an Games, wie das Einblenden einer Munitionsanzeige – an allen Ecken und Enden spürt man die Liebe der Macher zum Medium der Spiele. Dieser Stil macht den Film zwar angenehm temporeich, aber gleichzeitig auch sehr nerdy. Man muss schon eine Affinität zu Spielen haben, um hier nicht genervt mit den Augen zu rollen. Wenn man sich jedoch darauf einlässt, kann man ein absolutes Feuerwerk erwarten. Zwischenzeitlich hatten wir sogar das Gefühl, wir schauen hier Watch Dogs – The Movie.

Himmlische Klänge

Den Soundtrack von Guns Akimbo möchten wir mit Kusshand begrüßen. Remixe von bekannten Songs unterlegen hier die Actionsequenzen, wuchtige Schussgeräusche fügen sich in das stimmungsvolle Klangbild ein. Wir möchten es wirklich noch einmal explizit unterstreichen: Der Soundtrack ist der Hammer! Gleiches gilt für die Optik. GA ist bunt und schrill – was eingentlich so gar nicht zur Thematik passt und somit umso effektvoller rüberkommt. Ein weiteres Highlight des Films ist die Kameraarbeit. Schon die ersten Szenen zeigen, was auf uns zukommt. Scheinbar One-Take-Kameraschwenks durch eine ganze Wohnung, über Kopf, drehend und reinzoomend in die Ego-Perspektive. Es gibt nahezu keine Einstellung, die hier nicht verwendet wird. Auch durch die Kameraarbeit wird die Gaming-Ästhetik unterstützt. Die Farbästhetik aus Hobo with a Shotgun, Kampfchoreographien wie in John Wick, gepaart mit dem Stil von Scott Pilgrim – das ist Guns Akimbo.

Harry, bist du es?

Hauptdarsteller Daniel Radcliffe wird wohl auf immer und ewig mit Harry Potter in Verbindung gebracht werden. Doch tatsächlich macht er seinen Job hier so gut, dass wir das bebrillte Narbengesicht schnell vergessen haben. Er verkauft den Looser, der plötzlich um sein Leben kämpfen muss derart gut, dass wir von Anfang an an sein Schicksal gebunden sind. Gleiches gilt für Samara Weaving, die in Guns Akimbo als völlig irre Nix punkten kann.

Anders als in Harry Potter geht es in diesem Film übrigens mehr als brutal zur Sache. Oder anders gesagt: Die FSK-18-Freigabe ist hier mehr als berechtigt. Guns Akimbo ist nichts für Kinderaugen! Das hat (logischerweise) mit dem hohen Gewaltgrad zu tun, aber auch mit dem tieftiefschwarzen Humor, der meist mit dem Vorschlaghammer daherkommt, aber hin und wieder dann doch zum Nachdenken anregt. Wie verhalten wir uns im Internet? Wie sehr nimmt uns das Digitale ein?

Alles schön und gut, aber…

Guns Akimbo ist ein hervorragender Actionfilm und hat das Zeug zum nischigen Kultfilm. Doch so gut das klingen mag, so limitiert ist der Film dann auch. Mehr als feinste Hau-Drauf-Action hat Guns Akimbo dann auch nicht zu bieten. Wer eine tiefgreifende Rachestory wie bei John Wick erwartet oder eine clever erzählte Liebesgeschichte wie bei Scott Pilgrim erwartet, dürfte enttäuscht werden. Wer jedoch sein Hirn ausschalten will und einfach nur pure Action genießen will, kann mit Guns Akimbo absolut nichts falsch machen!

Informationen zu Guns Akimbo

  • Originaltitel: Guns Akimbo
  • Laufzeit: ca. 98 Minuten
  • Heimkinostart: 04. Dezember 2020
  • Altersfreigabe (FSK): ab 18 Jahren freigegeben
  • Besetzung: Daniel Radcliffe, Samara Weaving, Natasha Liu Bordizzo

Extras auf der Blu-ray:

  • Trailer
  • Blick hinter die Kulissen

Trailer zu Guns Akimbo




 

Fazit:

Grandiose aber sehr harte Action
Tiefschwarzer Humor, meist ohne tiefere Ebene
Grandioser Soundtrack und tolle Optik
Videospielästhetik
  • Guns Akimbo
    “Normalerweise bekommen wir in Zeiten von Corona Anschauungs-Exemplare von Filmen zugeschickt, die wir dann bewerten. Bei Guns Akimbo war ich aber selbst so gehypt, dass ich mir trotzdem noch privat das Mediabook zum Film gekauft habe – und ich muss sagen: Zum Glück! Der Film hat mich von der ersten Minute so extrem in seinen Bann gezogen, wie ich es bei einem puren Actionfilm schon lange nicht hatte. So muss Action!”
    Lukas Hesselmann, Redakteur

Ab in die Filmsammlung?

Actionfilmfans kommen nicht um Guns Akimbo herum. Ein MUSS für jede Sammlung!

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