Survive the Night – Kritik zum Direct-to-DVD-Thriller

Mit Survive the Night erweitert Bruce Willis seinen öden B-Movie-Katalog und beweist einmal mehr, dass er anscheinend wirklich keinen Bock mehr auf Hollywood hat. Der Direct-to-DVD-Film ist dabei wie schon der kürzlich erschienene Trauma Center weit weg von dem, was Bruce Willis einst im Kino veranstaltete. Doch im Vergleich zum Krankenhausthriller ist der Glatzkopf hier zumindest ein wenig länger zu sehen. Warum Survive the Night dennoch zu vernachlässigen ist, lest Ihr hier:

Die Story von Survive the Night

Die zwei Brüder Mathias und Jamie überfallen eine Tankstelle. Der Überfall läuft jedoch alles andere als glatt und einer der beiden Geschwister wird schwer verletzt. Da sie im örtlichen Kleinstadtkrankenhaus nicht mehr behandelt werden, folgen sie dem jungen Arzt Rich nach Hause. Der lebt aktuell mit seiner Frau und seiner Tochter bei seinen Eltern, die nun zu Geiseln werden. Die Gauner zwingen Rich dazu, eine OP durchzuführen, sonst sterbe seine Familie. Das Ziel ist klar: Die Familie muss… naja, die Night irgendwie surviven.

Unsere Kritik zu Survive the Night

Survive the Night – der Name sagt es schon – ist ein sehr düsterer Film. Damit meinen wir aber nicht die Stimmung, die Atmosphäre oder die Handlung – nein, wir meinen tatsächlich das Bild an sich. Klar, der Film trägt die Nacht im Titel, doch viele Szenen sind derart dunkel, dass man kaum etwas erkennt. Manchmal kann man nur erahnen (oder raten), was auf dem Bildschirm gerade passiert. Da ist es fast schon erleichternd, dass quasi die komplette zweite Hälfte gar nicht nachts spielt, die Night also quasi schon survived ist. Für’s Auge ist das weitaus angenehmer, doch nun ergibt der Titel ja gar keinen Sinn mehr… Egal, geschenkt. Wenn das die einzigen Probleme von Survive the Night wären…

Officer Doofy am Start

Survive the Night möchte ein knallharter, spannender Thriller sein, in dem das Leben der Protagonisten ständig am seidenen Faden zu hängen scheint. Das einzige, was hier aber hängt, ist der IQ aller Beteiligten. Da gibt es zum Beispiel die Szene, in der Doktor Rich mit Handschellen an das Tischbein des Wohnzimmertisches gefesselt ist. Einer der bewaffneten Schurken verfolgt die Gattin des Arztes, der hilflos zusehen muss. Eine gnadenlose Situation – oder nicht? Nein, denn Rich könnte einfach den Tisch anheben und die Handschelle so vom Bein lösen. Anderes Beispiel: Richs Vater Frank, gespielt von Bruce Willis, wird stets als knallharter Hund verkauft. Doch selbst mit einem Messer schafft er es nicht, den zum entsprechenden Zeitpunkt abgelenkten Halunken zu überrumpeln. Wenn das John McClane wüsste…

Immerhin das passt

Wir fassen also kurz zusammen: Bis hierhin ist Survive the Night ein schlecht ausgeleuchteter, dummer Thriller. Doch es gibt einige kleine Lichtblicke in der Dunkelheit. Die Darstellerleistung von Chad Micheal Murray, den die meisten wohl aus One Tree Hill kennen dürften, ist tatsächlich ganz okay. Nicht falsch verstehen: Wir reden hier immer noch von einem Direct-to-DVD-B-Movie! Aber dafür macht Murray seine Sache ganz gut. Auch die Story an sich ist durchaus solide, wenn man von den Filmen Logiklöchern absehen kann. Regisseur Matt Eskandari scheint übrigens ein Talent dafür zu haben, Bruce Willis überhaupt gar nichts entlocken zu können. Der amerikanische Regisseur verbrach schon Trauma Center und Hard Kill – beide mit Bruce Willis und beide mit einer absoluten Müllleistung von Willis. Vielleicht liegt Bruce Willis gut daran, die Zusammenarbeit mit Eskandari in Zukunft nochmals zu überlegen. Denn Filme wie Survive the Night und Trauma Center sind nicht nur nicht sehenswert, sondern schaden über kurz oder lang sogar der Reputation von Willis.

Die Blu-ray von Survive the Night

Zur Blu-ray an sich gibt es nicht viel zu sagen. Bonusmaterial gibt es abgesehen von einem kurzen Making-Of nicht. Aber wenn man ehrlich ist: Was gibt es sonst zu diesem Film zu sagen? Der Ton geht klar, über die Bildprobleme haben wir ja weiter oben schon gesprochen. Dass das Bild so dunkel ist, lag übrigens nicht an den von uns genutzten TV-Geräten, im Netz klagen viele Käufer über dieses Problem. Alles in allem ist Survive the Night ein Thriller, bei dem die Logiklöcher so groß wie Luftschächte ausfallen, durch die Willis in besseren Zeiten kriechen durfte. Die Story ist okay, wirklich mitreißend fällt sie aber nicht aus. Wir sagen es mal so: Beinharte Willis-Fans können den Film nebenher im Hintergrund laufen lassen, alle anderen kaufen sich lieber die ersten drei Stirb-Langsam-Streifen.

Informationen zu Survive the Night

  • Originaltitel: Survive the Night
  • Laufzeit: ca. 89 Minuten
  • Heimkinostart: 03. Dezember 2020
  • Altersfreigabe (FSK): ab 16 Jahren freigegeben
  • Besetzung: Bruce Willis, Chad Michael Murray, Shea Buckner

Extras auf der Blu-ray:

  • Making Of

Trailer zu Survive the Night




Fazit:

Solide Story mit großen Logiklöchern
Bruce Willis versprüht zu 100 Prozent Lustlosigkeit
Extrem schlecht ausgeleuchtet
Ein weiterer Nagel in den Sarg von Willis' Karriere
  • Survive the Night – Kritik zum Direct-to-DVD-Thriller
    “Ich bin’s langsam echt leid. Ich kann keine schlechten Bruce-Willis-Filme mehr sehen. Wann immer aktuell ein neuer Film mit dem Glatzkopf erscheint, ist es eine weitere B-Movie-Gurke. Da war Death Wish noch ein positiverer Ausreißer… Survive the Night ist zwar nicht ganz so mies wie Trauma Center, ist aber trotzdem nicht wirklich sehenswert.”
    Lukas Hesselmann, Redakteur

Ab in die Filmsammlung?

Die-Hard-Fans (haha) von Bruce Willis können einen Blick riskieren, wenn sonst gar nichts anderes läuft. Alle anderen machen einen Bogen um diesen Film.

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